Rundgang durch das Heimathaus

Heimathaus

Wir befinden uns im Haus Kirchplatz Nr. 10, von den Delbrücker „Schmidtmannsche Haus" genannt. Diese Bezeichnung bezieht sich auf die Familie, die bis in den 1990er Jahre des letzten Jahrhunderts hier gewohnt hat. Dr. Schmidtmann war in Delbrück ein sehr bekannter Arzt, der typische Land- und Hausarzt. In dem Raum rechts unten befand sich das Wartezimmer und auf der gegenüberliegenden Seite das Sprech- und das Behandlungszimmer. Dr. Schmidtmann heiratete eine Tochter des Arztes Dr. Gockel, der um 1900 hier schon seine Praxis hatte.

Die Geschichte des Hauses, soweit sie uns bekannt ist, beginnt mit dem Jahre 1802. Damals heiratete am 11. Juni die Maria Bernadine Valepage den Heinrich Joseph Lohmann. Der Vater des Bräutigams hatte das Haus für das jung vermählte Paar gekauft. Im Jahre 1831 baute Maria Bernadine, sie befand sich mittlerweile im Witwenstand, das Haus um und übergab es ihrem Sohn Kaspar Anton Lohmann, dem späteren Stifter der Lohmannschen Waisenstiftung. Im Laufe seines Lebens ist dem Kaspar Anton Lohmann seine ganze Familie (Frau und fünf Söhne) weggestorben. Dem Sohn seiner Nichte Maria Anna Heising, geb. Ferrari, vermachte er am Ende seines Lebens (1868) das Haus. Dieser Sohn hieß Friedrich Heising. Er war der Urgroßvater des letzten Besitzers, Dr. Bernd Schmidtmann. Zum 75jährigen Geschäftsjubiläum der Delbrücker Stadtsparkasse verkaufte Dr. Schmidtmann ihr sein Haus. Diese wiederum schenkte das Anwesen der Stadt Delbrück.

Daraufhin wurde im Jahre 1982 der Heimathausverein ins Leben gerufen. Dieser Verein hatte die Aufgabe, die Renovierung des Hauses zu koordinieren. Erst im Jahre 2002 wurde dann das Haus offiziell der Öffentlichkeit übergeben. Damals gab es noch kein Konzept zur Nutzung des Hauses bzw. zur Nutzung einzelner Räume.

Lediglich der Heimatverein Delbrück (HV) hatte von Anfang an zwei Räume für seine Belange in Anspruch genommen. Der HV hatte nämlich an vielen Stellen Gegenstände gelagert, die nun in einer passenden Umgebung ausgestellt werden konnten. Heute ist die Nutzung des Hauses weitgehend geregelt. Die 2 Räume links werden von der Caritas Paderborn genutzt. Im hinteren findet man nun auch eine Auswahl der Postkarten und Bilder von Delbrück aus alter Zeit.

In den Räumen auf der rechten Seite ist die Puppensammlung aus der Stadtsparkasse untergebracht. Weiterhin werden hier verschiedene Gegenstände ausgestellt. Dahinter befinden sich die beiden Räume der St.-Johannes-Schützenbruderschaft und des Karnevalsvereins Eintracht von 1832, die im Rahmen einer Hausführung oder an Tagen der offenen Tür besichtigt werden können. 

Die Bilder, die Sie im Haus sehen, gehören dem HV oder sind Dauerleihgaben von zumeist Delbrücker Künstlerinnen oder Künstler. 

Unten im Haus befindet sich ein wunderschöner Gewölbekeller. Während der Renovierungszeit gab es viele Vorschläge, wie man den Keller wohl nutzen könnte, was nach einer guten Regelung der Akustik nun möglich ist. Mehrfach wurde und wird dieser Raum im Rahmen von VHS-Veranstaltungen jetzt genutzt. 

Im Obergeschoss  befinden sich zusätzlich 2 Zweckräume. Auch diese werden oft als Kursraum von der VHS genutzt. Weiterhin finden hier auch Versammlungen, Sitzungen, Vorträge oder auch Gesprächs­run­den statt.